Stellungnahme zur geplanten Abwasser-Pipeline der Firma Plukon in die Eder

04.07.22 –

Abwasser aus der Schlachtung von bis zu 120.000 Hähnchen pro Tag in Gudensberg könnten künftig in der Nähe von Halldorf/Grifte in die Eder eingeleitet werden.

Warum?

Die Firma Plukon leitet derzeit sein Abwasser in den Goldbach ein. Aufgrund der Renaturierung des Goldbach im Projekt „100 Wilde Bäche“ ist die Genehmigung der Abwassereinleitung durch die oberste Wasserschutzbehörde Kassel (Regierungspräsidium, folgend abgekürzt mit RP) bis zum Jahr 2025 begrenzt worden. 

Was möchte Plukon?

Die Geschäftsführung der Firma Plukon projektiert derzeit eine Abwasserdruckleitung von ca. 6 km Länge zur Eder. 90% der Leitung sollen unter Gelände der öffentlichen Hand verlaufen. Davon gehört ein Großteil der Stadt Gudensberg (Alter Bahndamm über Dissen nach Halldorf). Teile der Leitung würden durch ein Naturschutzgebiet bei Halldorf/Grifte verlaufen. Die Einleitestelle in die Eder unterliegt zudem einem Gutachterverfahren auf Umweltverträglichkeit. Die Genehmigung der Leitung nähme noch ca. 1 Jahr in Anspruch, teilte das beauftragte Ingenieurbüro AGS bei der Anhörung mit. 

Wie steht es um die Qualität des Abwassers?

Auch ein Vertreter des RP, das zuständig für die Überprüfung der Qualität des Abwassers ist, war anwesend und beantwortete die Fragen des Stadtverordneten von Bündnis 90/Die Grünen. 

Die Abwässer der Firma Plukon seien besser als jene, die die Kläranlage Gudensberg in die Ems einleite. 

Andererseits würden die Plukon- Abwässer eben nicht auf ständig auf Rückstände wie Antibiotika und multiresistente Keime untersucht, die sich massentierhaltungsbedingt im Blut der geschlachteten Tiere befinden müssten: Zu dieser Überprüfung fehlt dem RP die gesetzliche Grundlage, so räumt der Vertreter dieser Behörde ein.

Bestehen Risiken für die Bevölkerung?

Die Antwort des RP lautet grundsätzlich nein. 

Das RP wies aber auf folgendes hin: Aufgrund des Klimawandels trockne der Goldbach bereits an manchen Tagen im Jahr aus. Dies sei für ein renaturierte Kleingewässer normal. Aufgrund der dauerhaften Einleitung von 23 Kubikmeter Abwasser pro Stunde der Firma Plukon würde das Trockenlaufen verhindert. 

Bündnis 90/Die Grünen fragten, ob dies hieße, dass das Wasser des Goldbachs zu großen Teilen aus Klärwasser der Firma Plukon bestünde und ob Kinder in diesem Wasser am Goldbach bedenkenlos spielen könnten?

Der Behördenvertreter teilte mit, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass das Abwasser zusätzlich mit Fäkalkeimen durch Ausbringen von Gülle, Wildtiere oder anderen Umweltbelastungen belastet sei. Es bestünde also ein Risiko für Kinder im Bach zu spielen. Die Eltern trügen das Risiko, wenn sie ihre Kinder im Goldbach spielen lassen würden. 

Unser Fazit

Wirklich zufrieden gingen wir Grüne Gudensberg nicht aus dem BPU. Uns ist bewusst, dass wir die Abwasserpipeline nicht verhindern können, da das Regierungspräsidium darüber entscheiden wird. Wir wollen aber einen entscheidenden Beitrag leisten und das Genehmigungsverfahren zur Abwasserpipeline aktiv verfolgen und die Öffentlichkeit informieren. 

Wir Grüne Gudensberg setzen uns für eine saubere Umwelt ein und das industrielle Schadstoffe aus der Tierindustrie bei Einleitung in die Natur keine Schäden an Menschen oder Tieren anrichten.

Unsere Forderung

Die Verschmutzung des Wassers mit immer mehr Schadstoffen wie Nitrat (ist im Blut von Schlachthühner), Mikroplastik und Rückständen von Arzneimitteln muss zurückgehen. Besonders gefährliche und schlecht abbaubare Schadstoffe dürfen nicht mehr in den Wasserkreislauf gelangen. 

Die Grünen Gudensberg fordern, dass die städtische Abwasserabgabe reformiert werden soll. Sie soll für eine faire Verteilung der Kosten zwischen Wasserbereitstellung, Abwasser- und Trinkwasseraufbereitung und reiner Abwassereinleitung aufgeteilt werden. 

Zudem sollte der Magistrat bei der Vergabe der Baunutzungsrechte des öffentlichen Grunds für die Abwasserpipeline keinen Einmalbetrag verlangen, sondern eine jährliche Nutzungsgebühr erhebt.

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